Jüdischer Friedhof an der Wiesenstraße: Die Stadt „arisierte“ ihn. Nach dem Krieg verpflichtete sie die Friedhofschänder, die Gräber wieder herzurichten

Blick in den steril anmutenden Friedhof

Blick in den steril anmutenden Friedhof

Von Dr. Oliver Gußmann

Der unscheinbare Friedhof der letzten jüdischen Gemeinde liegt etwa einen halben Kilometer nordöstlich der Altstadt in der Wiesenstraße 46. Das Areal von 2.960 Quadratmetern ist zum Teil von einer hohen weißen Mauer umgeben. An der Ecke zur Würzburger Straße steht das Tahara-Haus (Leichenwaschhaus) aus roten Ziegelsteinen. Von der ursprünglichen Einrichtung, Leichenwaschstein, Ofen, Bahre ist heute nichts mehr erhalten. 1945 war allerdings noch der Leichenwaschstein vorhanden.

46 Bestattungen mit Geburts- und Sterbedaten

Die seltenen Besucherinnen und Besucher staunen über große Schlichtheit des Areals und die Gleichförmigkeit der 41 Grabsteine. 38 Steine tragen oberhalb des Sockels die Jahreszahl 1947. Die meisten Grabsteine haben im oberen Bereich einen stilisierten Chanukka-Leuchter und die hebräischen Buchstaben, die für „hier liegt verborge/begraben“ stehen. Manche Grabsteine tragen die fünf Buchstaben hbxnt. Sie sind die Abkürzung des traditionellen Segenswunsches über den Verstorbenen: „Möge seine Seele eingebunden sein im Bündel des Lebens“ (Buch Samuel 25,29). Acht Gräber sind Doppelgräber, zwei sind Kindergräber. Die ehemalige Rothenburger Stadtarchivarin Hildegard Krösche hat in einem Aufsatz in dem Heimatblatt „Die Linde“ (80/1998) die Namen von 46 Bestatteten mit Geburts- und Sterbedaten veröffentlicht und eine Grabnummerierung vorgenommen..

Das Tahara-Haus am jüdischen Friedhof heute

Das Tahara-Haus am jüdischen Friedhof heute

Die Entstehungsgeschichte des Friedhofes

Die Friedhofsanlage mit einem Leichenhaus an der Ecke Wiesenstraße/Würzburger Straße in Rothenburg wurde erst 25 Jahre nach der Gemeindegründung errichtet. Bevor die Juden von Rothenburg 1899 ihren eigenen Friedhof an der Wiesenstraße bekamen, bestatteten sie auf dem Judenfriedhof von Ermetzhofen. Für die Jahre 1876 bis 1899 sind auf dem rund 20 Kilometer entfernten Bezirksfriedhof mindestens elf Bestattungen von Rothenburger Juden bezeugt. Im September 1899 erhielt die israelitische Kultusgemeinde Rothenburg von der Regierung in Ansbach die Erlaubnis, auf dem von ihr gekauften Areal Nr. 3258 einen neuen Friedhof anzulegen. Außerdem wurde um 1900 die Wasserleitung von der Schweinsdorfer Straße verlängert, so dass sie auch das abgelegene Friedhofsgelände erreichte. Und man errichtete das rechteckige Taharahaus aus roten Backsteinen an der Straßenecke.

Das älteste Grab (Nummer 33, nach Krösche-Zählung) auf dem Friedhof befindet sich in der nordöstlichen Ecke und trägt den Namen von Karoline (Lina) Hofmann, der Frau des Religionslehrers Moses Hofmann (siehe Artikel:  „Moses Hofmann, Lehrer am Gymnasium und an der Realschule, prägte 50 Jahre lang die jüdische Gemeinde in Rothenburg“ in dieser Online-Dokumentation). Als Letzte wurde wahrscheinlich kurz nach dem 28. Januar 1938 Anna Löwenthal beigesetzt. Sie starb im Alter von 75 Jahren. Auf einigen Gräbern werden Sterbedaten genannt, die nach der Vertreibung der jüdischen Gemeinde aus Rothenburg am 22. Oktober 1938 liegen. Dies ist der Fall bei Theodor Mann, 1942, Julius Mann, 1939, und Josef Mann, 1942. Da nur bei diesen Gräbern „Zum treuen Gedenken“ vermerkt ist, ist zu vermuten, dass es sich dabei um Gedenksteine und keine Grabsteine im eigentlichen Sinn handelt.

Grabstein aus dem Mittelalter, aufgefunden 1914 auf dem eingeebneten "Judenkirchhof" aufgefunden

1914 aufgefundener Grabstein

Als Anfang Mai 1914 bei einem Aufsehen erregenden Fund 33 mittelalterliche Grabsteine und Menschenknochen auf dem Schrannenplatz zutage traten, hat der jüdische Religionslehrer Moses Hofmann diese Knochen eingesammelt und pietätvoll im neuen jüdischen Friedhof bestattet. Die Ortslage dieser Knochen-Beisetzung ist unbekannt. Lehrer Moses Hofmann hat Fotografien der Grabsteine aufnehmen lassen und zusammen mit Rabbiner Dr. Pinchas Kohn aus Ansbach einige Inschriften übersetzt (Die Linde 6/1914). Geplant hatte er auch, einige der mittelalterlichen Grabsteine auf dem neuen Friedhof aufzustellen. Im Jahr 1927 ließ die Gemeinde den Friedhof sanieren, die Mauer versetzen und Wege anlegen. Außerdem wurde ein neuer Leichenwagen angeschafft.

Friedhof „arisiert“ und bis zur Unkenntlichkeit verwüstet

Von dem Grundstück des verwaisten Friedhofes wurden seit 1938 immer mehr Teile abgesprengt: Zuerst der Acker hinter dem Friedhof, dann das Leichenhaus, und schließlich wurde der Friedhof selbst aufgelöst. Noch im Oktober 1938 musste Josef Wimpfheimer, der Vorsitzende der israelitischen Kultusgemeinde, den Acker hinter dem Friedhof verkaufen. Das Areal von 2.300 Quadratmeter schien am entbehrlichsten zu sein und war möglicherweise für eine Friedhofserweiterung vorgesehen gewesen. Das Gelände ging für 500 Reichsmark an Anna Ohr. Als Nächstes, am 26. Oktober 1939, verkaufte der rechtliche Vertreter der jüdischen Gemeinde von Rothenburg Ernst Oppenheimer aus München das Taharahäuschen mit dem angrenzenden Grasplatz für 300 Reichsmark an Heinrich und Ludmilla Feeß. Diese vermieteten das Taharahaus etwa 1942 als Wohnung an eine Verwandte, Wilma Gruber, für 15 Reichsmark im Monat.

Stadtamtmann Hans Wirsching

Arisierer Stadtamtmann Hans Wirsching

Stadtamtmann Hans Wirsching erwarb den Friedhof samt der Grabsteine

Weil der Friedhof verwaist war, betrachtete man ihn offenbar als Niemandsland. Im Jahr 1943 wurde der Friedhof geschändet und die Grabsteine umgeworfen. Eine Zeitzeugin erinnerte sich, dass die Grabsteine eines Tages alle umgeworfen waren. Der Kernbestand des Friedhofs geriet so in das Blickfeld der Stadt Rothenburg. Die Stadt trat als Rechtsnachfolgerin der jüdischen Kultusgemeinde auf, die den Friedhof wiederum an die Stadt selbst verkaufte. So „arisierte“ die Stadt Rothenburg am 26. Mai 1943 mittels eines notariell beurkundeten Kaufvertrags den jüdischen Friedhof. (Abschrift vom 9. April 1948 der Urk. Rolle 322 des Kaufvertrages vom 26. Mai.1943, StadtARbg 554.10). Der Amtmann Hans Wirsching, von dem in dieser Online Dokumentation in anderen Zusammenhängen die Rede ist, trat dabei gleichzeitig als Verkäufer und als Käufer auf.  Der Kaufpreis von 310 Reichsmark war laut Kaufvertrag auf das „Sonderkonto ‚Grundstückserlöse‘ der „Reichsvereinigung der Juden in Deutschland“ bei dem Bankhaus Heinz, Tecklenburg und Co., Berlin W 8, Wilhelmplatz 7, einzuzahlen. Die „Reichsvereinigung der Juden in Deutschland“ unterstand direkt dem Reichssicherheitshauptamt und handelte nicht eigenverantwortlich. Im Kaufvertrag wurde, wie bei anderen Verkäufen jüdischer Friedhöfe im Dritten Reich üblich, hervorgehoben, dass auch die vorhandenen Grabsteine mitverkauft seien.

Steinmetzmeister Johann Herrscher verarbeitete die Grabsteine neu 

Wie aus einem Schreiben vom 28. Mai 1946 an Bürgermeister Hörner hervorgeht,  hat in den Monaten bis etwa Weihnachten 1945 Steinmetzmeister Johann Herrscher immer wieder Grabsteine vom Friedhofsgelände abgeholt bis schließlich fast alle fehlten. Der Name des Absenders ist nicht leserlich (StadtARbg. 554.10). Es ist kaum anzunehmen, dass die Grabsteine für den Straßenbau verwendet wurden, weil man die zerbrochenen Steine unbeachtet liegen ließ. Die Steinmetzfirma bearbeitete die Steine noch vor Ort. Wahrscheinlich wurden die jüdischen Namen von den Grabsteinen abgefräst und die Steine nach 1943 für nichtjüdische Grabsteinsetzungen weiterverkauft. Möglich ist also, dass einige der nichtjüdischen Grabsteine des städtischen Friedhofs vor dem Rödertor ehemals jüdische Grabsteine waren.

Hinweisschild am jüdischen Friedhof

Hinweisschild am jüdischen Friedhof

Stadt musste den geschändeten Friedhof wieder herstellen

Nach Kriegsende beschlagnahmte das amerikanische Militär den Friedhof und überließ ihn der jüdischen Vermögensverwaltung  Jewish Restitution Successor Orgaization (JRSO), vormals Jewish Restitution Oragnitation (IRO). 1946 forderte die Militärregierung von der Stadt Rothenburg die Wiederherstellung des jüdischen Friedhofs ein. Bürgermeister Hörner ließ sich über die Besitzverhältnisse und den Zustand jüdischen Friedhofs informieren. Das Gelände bot ein trauriges Bild:

„Der Friedhof befindet sich in einem verwahrlosten Zustand. […] Aus dem vorderen Teil des Friedhofs ist ein Gemüsegarten gemacht worden, der hintere Teil, auf dem einige zerbrochene Steine herumliegen, ist mit Gras überwuchert. Ein einziges Grab ist von Babette Baumann, Adam Hörberstr. 33 wiederinstandgesetzt und mit Blumen geschmückt worden. […] Ein großer Granitblock, auf dem die Toten gewaschen wurden, ist noch unversehrt zurückgeblieben. Aus dem Leichenhaus sind alle Inventareinrichtungen weggebracht worden mit unbekanntem Ziel.“

Im Sitzungsprotokoll des Rothenburger Stadtrats heißt es am 31. Mai 1946/Nr. 118:

„Die Militärregierung hat verlangt, dass durch ehemalige Parteigenossen die Zerstörung beseitigt und der Friedhof wieder in einen würdigen Zustand versetzt wird. Ehemalige Mitglieder der NSDAP haben Herrn Bürgermeister [= Friedrich Hörner] den Vorschlag gemacht, alle nach dem Entnazifizierungsgesetz Belastete aufzufordern, sich freiwillig zur Wiederherstellung des zerstörten Friedhofes zu melden und damit zum Ausdruck zu bringen, dass auch sie die abscheuliche Tat verurteilen und durch ihren freiwilligen Einsatz ihren Willen zur Wiedergutmachung bekunden. Der Stadtrat bat Herrn Bürgermeister, die Angelegenheit zu übernehmen und diesbezügliche Anordnungen zu treffen.“

Die Schänder von damals wurden zur Wiederherstellung verpflichtet

Die Namen der Grabschänder von 1942/43 waren den Stadträten offenbar bekannt, weil „die für die Zerstörung Verantwortlichen zum Ersatz der Unkosten verpflichtet werden“. In einem Aufruf des Stadtrats zur Wiederherstellung des Friedhofs vom 6. Juni 1946 wird die Friedhofsschändung bezeichnet als von „Bubenhände“ begangen. Im Sitzungsbericht „Judenfriedhof“ des Stadtrates vom 19. Dezember 1946/Nr. 246 steht:

„Der Bürgermeister teilt mit, dass die hier eingesetzte jüdische Kommission verlangt, dass für jedes einzelne Grab ein eigener Grabstein mit Fassung gesetzt wird und damit einverstanden ist, wenn zu diesem Zweck einheitliche Steine beschafft werden. Nach einem Angebot der Firma Krämer in Ochsenfurt würde ein den Wünschen der Kommission entsprechender Stein ohne Fassung 115,– RM kosten. Der Stadtrat beschließt die Bestellung von 40 Steinen, verlangt aber, dass nach endgültiger Instandsetzung des Friedhofes die für die Zerstörung Verantwortlichen zum Ersatz der Unkosten verpflichtet werden.“

Die Stadt beauftragte 1947 die Ochsenfurter Steinmetzfirma Lorenz Krämer für 4.600 Reichsmark die 40 neuen einheitlichen Grabsteine herzustellen, die heute noch auf dem Friedhof stehen. Die Grabstein-Firma Herrscher, die bis 1945 die alten Grabsteine abgeräumt hatte, erhielt von der Stadt Rothenburg den Auftrag, die von der jüdischen Kommission gewünschten Einfassungen zu errichten, Wege zu errichten und die Inschriften der Steine zu schreiben während ehemalige Parteigenossen die Steine aufstellten. Zu bezweifeln ist jedoch, ob die neuen Grabsteine überhaupt über dem bestimmungsgemäßen Ort zu stehen kamen, d. h. genau über den Gräbern, deren Namen sie trugen. Eine alte Grabliste ist nicht mehr vorhanden. Vergleicht man die Krösche-Grabliste mit der chronologischen Reihenfolge der Sterbedaten, so wird die Reihenfolge ohne ersichtlichen Grund häufig durchbrochen. Außerdem haben Nachkommen von Shoah-Überlebenden beim Besuch des Rothenburger Friedhofes die Ortslage der Grabsteine in Zweifel gezogen. Das geht aus einem Schreiben von Ernst Gottlob (New York) an Oberbürgermeister Friedrich Hörner vom 28. September 1947 hervor (StadtARbg Ordner 063/1).

Der jüdische Friedhof heute

Der jüdische Friedhof heute

Im Jahre 1947 erneute Schändungen befürchtet

In den Jahren nach dem Krieg befürchtete man weitere Friedhofsschändungen: Der Stadtrat beschloss daher laut Stadtratsprotokollbuch Nr. 589 vom 1. Oktober 1947:

„Vom Stadtbauamt wird im Einvernehmen mit der jüdischen Kommission der Einbau einer Wohnung im Friedhofsgebäude jüdischer Friedhof vorgeschlagen, da die Unterbringung eines Wächters dort zwingend erforderlich wäre. Diesbezügliche Verhandlungen sollen vorgenommen werden und wird dem Vorsitzenden Vollmacht zur Führung erteilt.“

Nach den Umbauarbeiten diente das Taharahaus aus Ziegelsteinen zunächst als Mietwohnung für den Polizeihauptwachtmeister Peterreins, dann für Privatleute, später als Unterkunft für Durchreisende. Seit einigen Jahren ist es ganz ungenutzt und vom Verfall bedroht.

Die Pflege für die Friedhofsanlage oblag bis 1953  der Stadt Rothenburg. Danach wurde der Friedhof dem Landesverband der Israelitischen Kultusgemeinden zurückgegeben. Zeitweise hat die Stadt Rothenburg die Erinnerung an den jüdischen Friedhof völlig verdrängt. Eine entsprechende Anfrage nach dem Friedhof beantwortete am 18. August 1960 der Rothenburger Oberbürgermeister Erich Lauterbach: „Eine jüdische Gemeinde besteht hier nicht und der alte jüdische Friedhof wurde während des Krieges aufgelassen.“ Der Friedhof wurde ein weiteres Mal im Jahr 1975 umgestaltet: Man errichtete auf der westlichen Seite eine Steinmauer und verlegte den Eingang auf diese Seite. Das schmiedeeiserne Tor zeigt heute zwei Davidssterne. Seit dem Jahr 2011 oder 2012 existiert ein Hinweisschild am Tor: „Jüdischer Friedhof. Angelegt 1899. Ca. 46 Gräber. Im Krieg zerstört. Wiederhergestellt 1947.“ Diese Formulierung verschleiert  den Sachverhalt, dass Rothenburger Antisemiten diesen Friedhof geschändet haben. Seine Zerstörung wird durch eine missverständliche Formulierung Kriegseinwirkungen angelastet. Ein weiterer Schritt auf dem Weg der Verdrängung?

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Namen der Bestatteten

Einzelgrab mit einem Stein, der die Zerstörung überstanden hat

Einzelgrab mit einem Stein, der die Zerstörung überstanden hat

Hedwig Feldenheimer (geb. 28. 12. 1897, gest. 20. 3. 1903), Hirsch Feldenheimer (geb. 22. 4. 1851, gest. 20. 2. 1920), Moses Feldenheimer (geb. 20. 6. 1866, gest. 2. 2. 1909), Rosa Feldenheimer (geb. 5. 6. 1872, gest. 13. 2. 1909), Moses Goldberger (geb. 1. 10. 1842, gest. 3. 6. 1922), Rosa Goldberger (geb. 1. 6. 1842, gest. 3. 6. 1922), Karolina Gottlob (geb. 16. 4. 1855, gest. 18. 10. 1935), Nathan Gottlob (geb. 13. 4. 1855, gest. 30. 3. 1933), Therese Gottlob (3. 5. 1860, gest. 2. 7. 1930), Isaak Heumann (geb. 23. 6. 1843, gest. 4. 7. 1906), Nathan Heumann (geb. 16. 2. 1872, gest. 15. 2. 1936), Rebeka Heumann (geb. 6. 2. 1843, gest. 8. 5. 1918), Siegfried und Lene Heumann „In treuem Gedenken“), Lina Hofmann (geb. 6. 4. 1854, gest. 20. 12. 1899), Ignatz Kirschbaum (geb. 16. 2. 1864, gest. 15. 11. 1913), Zilli Lehmann (geb. 14. 1. 1908, gest. 5. 6. 1911), Anna Löwenthal (geb. 1. 6. 1862, gest. 28. 1. 1938), Julius Löwenthal (geb. 16. 4. 1848, gest. 8. 6. 1919), Helene Löwenthal (geb. 30. 7. 1860, gest. 24. 7. 1933), Isaak Löwenthal, geb. 6. 1. 1831, gest. 14. 1. 1919), Ludwig Löwenthal (geb. 8. 12. 1871, gest. 11. 2. 1936), Samuel Löwenthal (geb. 10. 8. 1862, gest. 23. 5. 1904), Abraham Mann (geb. 25. 3. 1862, gest. 10. 3. 1924), Babette Mann (geb. 30. 11. 1835, gest. 20. 11. 1910), Benno Mann (geb. 4. 11. 1891, gest. 19. 10. 1936), Berta Mann, geb. 18. 11. 1838, gest. 11. 9. 1910), Clara Mann (geb. 24. 6. 1875, gest. 17 . 4. 1933), Emma Mann (geb. 14. 6. 1866, gest. 20. 1. 1920), Ernestina Mann (geb. 11. 7. 1840, gest. 15. 4. 1900), Hannchen Mann (geb. 28. 4. 1877, gest. 25. 1. 1910), Jakob Mann (geb. 6. 1. 1834, gest. 24. 10. 1904), Josef Mann (geb. 1. 5. 1869, gest. 1942 „Zum treuen Gedenken“), Julius Mann, geb. 13. 2. 1901, gest. 11. 7. 1939), Moses Mann (geb. 26. 5. 1835, gest. 12. 5. 1912), Rosa Mann (geb. 5. 8. 1871, gest. 13. 5. 1932), Theodor Mann (geb. 9. 2. 1865, gest. 1942 „Zum treuen Gedenken“), Rudolf Oberndörfer (geb. 29. 12. 1867, gest. 18. 7. 1918), Therese Oberndörfer (geb. 10. 2. 1839, gest. 22. 3. 1913), Alexander Oster (geb. 16. 2. 1841, gest. 12. 10. 1924), Ida Westheimer (geb. 29. 12. 1871, gest. 7. 10. 1924), Johanna Wimpfheimer (geb. 22. 1. 1852, gest. 25. 2. 1926), Karl Wimpfheimer (geb. 19. 11. 1894, gest. 8. 8. 1931), Albert Wurzinger (geb. 9. 7. 1871, gest. 17. 10. 1930), Hanna Wurzinger (geb. 9. 3. 1844, gest. 24. 2. 1902), Paula Wurzinger (geb. 13. 12. 1886, gest. 22. 7. 1919).

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Quellen: Hildegard Krösche: Der jüdische Friedhof an der Wiesenstraße. In: Die Linde 80 (1998) S. 82–84; Michael Trüger: Jüdische Friedhöfe in Bayern. In: Der Landesverband der israelitischen Kultusgemeinden in Bayern 9 (1994) S. 19–20. – Johanna Morgenstern-Wulff: Der jüdische Friedhof von Ermetzhofen. Eine Dokumentation im Auftrag der Gemeinde Ergersheim. Ergersheim 1988, S. 13. Vgl. Kannenmacher, Abraham: Verzeichnis der im Bezirksfriedhof Ermetzhofen bestatteten Bürger jüdischen Glaubens, August–September 1936 (unveröffentlicht). Am 30.07.1899 trennte sich die Gemeinde Rothenburg wieder von dem Friedhof in Ermetzhofen, s. Zentrales Staatsarchiv Coswig 75 A, Er. 3, Ermetzhofen. – Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 10 vom  6. Nov.1925, S. 186. – Moses Hofmann: In der Stadt  des „Maharam“. In: Der Israelit 21. Mai.1914, S. 11. – Ohne Verfasser: „Die Grabsteinfunde auf dem Judenkirchhof.“ In Die Linde 6 (1914), S. 21. – Nathan Cohn: „Rothenburg ob der Tauber“. In: Allgemeine Zeitung des Judentums, Leipzig 1916, S. 19–20 hier: 20. – Moses Hofmann: „In der Stadt des ,Maharam’“ in: Der Israelit vom 28. Mai 1914, S. 20. – Beate Meyer: „Tödliche Gratwanderung. Die Reichsvereinigung der Juden in Deutschland zwischen Hoffnung, Zwang, Selbstbehauptung und Verstrickung (1939–1945)“, Göttingen 2011. – Ingo Köhler: „Die ,Arisierung’ der Privatbanken im Dritten Reich. Verdrängung, Ausschaltung und die Frage der Wiedergutmachung“, Schriftenreihe zur Zeitschrift für Unternehmensgeschichte 14, München, 2. Auflage 2008. – Christiane Kuller: „Finanzverwaltung und Judenverfolgung: Die Entziehung jüdischen Vermögens in Bayern während der NS-Zeit“, Schriftenreihe zur bayerischen Landesgeschichte 160, München 2008, S.173.
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3 Kommentare zu Jüdischer Friedhof an der Wiesenstraße: Die Stadt „arisierte“ ihn. Nach dem Krieg verpflichtete sie die Friedhofschänder, die Gräber wieder herzurichten

  1. S. Leidenberger sagt:

    Herzlichen Dank für diese Internetseite!
    Ich bin schon tausende Male an dem Ziegelsteingebäude an der Kreuzung vorbeigefahren und habe mich gefragt, was es wohl damit auf sich hat. – Sehr interessant und aufschlussreich. Die Jahreszahl der Errichtung des Friedhofes 1899 ist auch sehr interessant. Im gleichen Jahr wurde das Brauhaus fertiggestellt, welches in der Schilderung von Hr. Kerndter eine gewisse Rolle spielt. Nach und nach kann man sich die vergangenen Zeiten ausmalen, auch wenn das oft in Abgründe führt.

  2. Brigitte Christina Trautmann-Keller sagt:

    Ein großes Danke an die Herausgeber Herrn Dr. Oliver Gußmann und Herrn Wolf Stegemann für soviel Aufklärung in Sachen “nähere” Rothenburger Vergangenheit. Großartig, aber auch sehr bedrückend zu lesen. Es gilt daher, auch für mich, die Schatten der Vergangenheit zu lichten, damit solche Gräuel nie mehr passieren können!
    B. C. Trautmann-Keller

    • Oliver Gußmann sagt:

      Danke sehr für Ihren Kommentar und das Lob für unsere Arbeit! Ja, das ist zum Teil sehr deprimierend, wie unsere Vorfahren die jüdische Minderheit unterdrückt und vertrieben haben. Daher möchten wir wenigstens die Erinnerung an die Namen derer, die in Rothenburg wohnten, lebendig erhalten. Für jede Information, die ein Mosaiksteinchen zum Gesamtbild beiträgt, sind wir dankbar. Dazu gehören natürlich auch schöne Erinnerungen.
      Oliver Gußmann

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